20.
Januar

Umgang mit schwierigen Mitarbeitern während der Teamsitzung.

Alle Themen rund um die Teamsitzung sind ein „Dauerbrenner“ in meinen Führungscoachings und auch in den Seminaren zum Thema Teamführung wird die Teamsitzung oft als Herausforderung genannt.

Die meist genannten Faktoren sind:

  • Irgendwie ist die Teamsitzung eher ein Monolog, statt ein Dialog!
  • Die bitte um Themenwünsche im Vorfeld bleibt unbeantwortet und im Meeting kommen plötzlich alle möglichen Fragen auf den Tisch!
  • Wir schaffen es nie, die Zeit und die Themen einzuhalten
  • Mitarbeiter schauen gelangweilt auf die Uhr, verdrehen die Augen, stören mit Zwischengesprächen oder stellen Fragen, die nicht angemessen sind. Ich finde das respektlos und es verunsichert mich.

Da es ja bei mir immer um das Thema selbstbewusste Führungspersönlichkeit geht, konzentriere ich mich in diesem Artikel auf den letzten Punkt.

Dein Team besteht aus den unterschiedlichsten Charakteren und das ist auch gut so, es bedeutet aber auch, dass sich jeder unterschiedlich verhält. Meistens ist das eine andere Verhaltensweise als die, die Du für richtig erachtest. Und schwupps rutscht Du in die Bewertungsschlaufe und hast Stress.

Darauf bin ich ja schon intensiv in meinem Blogartikel „Blau ist nicht gleich blau“ eingegangen, daher werde ich das hier an dieser Stelle nicht weiter ausführen.

Wichtig für Dich:

Hinter jeder auffälligen und störenden Verhaltensweise liegt meist ein nicht befriedigtes Bedürfnis, z.B. nach Aufmerksamkeit oder Wertschätzung. Wenn Du das weißt und die unterschiedlichen Mitarbeiter gut einordnen und deren Bedürfnisse erkennen kannst, wirst Du viel entspannter und gelassener Deine Teamsitzung durchführen können.

Dafür habe ich mal die 7 typischsten Mitarbeitertypen für Dich zusammengefasst:

Der Schweigsame:

Dieser Typ ist die unauffälligste unter den „schwierigen“ Teilnehmern. Er beteiligt sich wenig und wird häufig übersehen. Vielleicht würde er gerne mitarbeiten, hätte vielleicht auch durchaus gute Beiträge zu leisten, fühlt sich jedoch aus irgendeinem Grund nicht sicher. Diese Unsicherheit kann in der Person begründet sein, aber ebenso mit der Atmosphäre in der Gruppe. Der Schweigsame erwartet gesehen zu werden und hofft auf Ermutigung, ganz besonders durch die Führungskraft.

Was kannst Du tun?

Förder das Selbstvertrauen, z.B. durch Vermittlung von Erfolgserlebnissen. Beziehe ihn ein, indem Du Fragen an ihn richtest und geäußerte Beiträge besonders wertschätzt.

Der Vielredner:

Er ist der Gegentyp zum Schweigsamen. Sein Kommunikationsproblem besteht darin, dass er schlecht zuhören kann und bei eigenen Beiträgen zu wenig auf die Aufnahmebereitschaft und/oder -fähigkeit der anderen achtet. Die Gefahr besteht, das gute inhaltlichen Beiträge vielleicht nicht als solche anerkannt werden, weil der Ärger über das Vielreden im Vordergrund steht.

Was kannst Du tun?

Lass ihn ausreden bzw. hab den Mut und unterbrich ihn an geeigneter Stelle durch Bestätigung. Fasse zusammen und wertschätze den Beitrag (bedanken). Forder diesen Typ sachlich auf, sein Anliegen konkret und präzise vorzutragen („Was möchtest Du uns konkret mitteilen? Was ist Deine Aussage?“). Erinnere an Kommunikationsregeln und Redezeit (die im Besten Fall vor dem Meeting festgelegt wurden), jedoch nicht vor der Gruppe!

Der Besserwisser:

Er kann gleichzeitig zu den Vielrednern gehören, sich aber gelegentlich auch durch langes Schweigen und „Zuschlagen“ im richtigen Moment auszeichnen. Er stellt nach längerem Zuhören die bisherige Diskussion grundsätzlich in Frage und offeriert die „perfekte“ Lösung.
Er liebt die Verwendung von Fachterminologie und neigt eher zur Verkomplizierung als zur Vereinfachung. Der Besserwisser kann eine starke Dynamik auslösen, weil sich andere Teilnehmer durch ihn abgewertet fühlen können und evtl. mit Aggression oder Rückzug reagieren.

Was kannst Du tun?

Bestätige seine Beiträge und halte diese fest. Frage im Team nach anderen Meinungen („was sagen denn die anderen dazu?“, „Gibt es weitere (nicht andere!) Meinungen?“), um die Pluralität deutlich zu machen. Vermeiden solltest Du Einzeldiskussionen und ganz wichtig…..fühl Dich nicht in Deiner eigenen Expertise abgewertet (das passiert, wenn Du unsicher bist!). Hab die Größe, Dich für den wertvollen Beitrag zu bedanken!

Der Aggressive:

Er zeichnet sich dadurch aus, dass er die sachliche Argumentationsebene verlässt und anwesende oder abwesende Personen angreift. Er sieht Menschen mit anderen Vorstellungen schnell als Gegner und mutet diesen seine Verhaltensweisen von Ironie bis offener Wut zu, während er selbst oft empfindlich auf Kritik reagiert.

Was kannst Du tun?

Es ist wichtig, Dich nicht provozieren zu lassen oder Dich auf ein Streitgespräch einzulassen (und das passiert schnell, wenn Dich dieser Typ verunsichert!), dass die anderen Teilnehmerinnen oder das eigentliche Thema in den Hintergrund treten lässt. Fall nicht in die Rolle, dass Du Dich oder andere verteidigst! Zeige klar und sachlich auf, dass der sachliche Kern der Aussage verstanden wurde und bitte um Konkretisierung. Frage auch hier wieder die anderen Teilnehmer um ihre Meinung (es geht aber nicht darum, die anderen auf „Deine Seite“ zu ziehen!) führe unbedingt Kommunikationsregeln ein. Wenn das Verhalten ausartet, hab den Mut klar und selbstbewusst einen respektvollen Umgang einzufordern („ich behandle Dich mit Respekt und erwarte das Gleiche von Dir, können wir uns darauf einigen?).

Der Pessimist:

Dieser Typ richtet seinen Blick selektiv auf die negativen Seiten einer Angelegenheit. Er versucht gerne zu beweisen, dass etwas nicht taugt und nicht funktionieren kann, das ist echt anstrengend und kann Dich, wenn Du positiv gestimmt bist, echt nerven und aus dem Konzept bringen.

Was kannst Du tun?

Gib ihm zu verstehen, dass Du seine Beiträge als berechtigte Bedenken akzeptierst („ich verstehe Deine Bedenken“), lasse diese erläutern und diskutieren. Bitte ihn um Lösungen für einen Weg aus der Misere oder forder ihn auf, das Ganz aml aus einer anderen Perspektive zu betrachten („Was könnte denn das Positive an der Situation sein?“).

Der Witzige:

Dieser Typ sucht Aufmerksamkeit in erster Linie durch Späße und Witzeleien. In seiner harmlosen Variante tritt er bei Gruppenaktivitäten zum Vorschein und ist dadurch beliebt. Er kann angespannte Situationen auflockern und genießt seinen Charme und seine Beliebtheit. Schwieriger ist es, wenn der immer Lustige witzelt, weil er weder andere Menschen noch deren Anliegen ernst nimmt. Auch können hinter den Witzeleien Aggressionen stecken, die sich gegen das Thema, die Gruppe oder die Führungskraft richten.

Was kannst Du tun?

Erkenne die Rolle des Witzigen an und nutze sein Potenzial zur Entspannung der Gruppe. Zu gegebener Zeit führst Du die Gruppe zurück zum ernsthaften Arbeiten („so, nun haben wir alle gelacht – vielen Dank für Erheiterung – nun kommen wir zurück zum eigentlichen Thema“). Unpassende, aber harmlose Späße lass einfach unbeachtet im Raum stehen und beobachte die Wirkung auf die Gruppe und deren Reaktion. Bei negativ aufgeladenen Witzen frag nach dahinter stehendem Ärger („Gibt es etwas, was Du mir/uns damit sagen möchtest?“).

Der Positive:

Dieser Typ ist erstmal der „Wunschkandidat“, denn er arbeitet zielstrebig mit, ist konstruktiv und lässt sich auf angebotene Methoden ein. Dahinter kann jedoch eine Konfliktscheu stehen, die eine differenzierte Betrachtung und das In-die-Tiefe-gehen vermeidet.
Er kann von anderen als naiv oder oberflächlich abgestempelt werden oder als Streber gelten. Besonders mit dem Pessimist gerät er schnell aneinander.

Was kannst Du tun?

Stell den Positiven nicht so sehr in den Vordergrund, sondern gib ihm eine angemessene Rolle in der Teamarbeit. Lass ihn bei Feedbackrunden zuerst reden, damit er sich nicht einfach der Meinung der anderen anschließt. Bei Konflikten oder aggressiven Beiträgen soll er auch mal Stellung beziehen.

 

Du wirst festgestellt haben, dass es entscheidend an Deiner Sicherheit als Führungskraft liegt, ob der jeweilige Typ sich positiv oder negativ auf die Dynamik der Teamsitzung auswirkt (auswirken darf!).

Mein Tipp für Dich:

  • Beobachte Dich in der nächsten Teamsitzung ganz genau.
  • Wie reagierst Du auf verschiedene Verhaltensweisen, was verunsichert Dich? Schreibe es auf.
  • Analysiere Dein Team anhand der genannten Typen.
  • Schreibe auf, was das Positive an diesen Typen ist und wie Du es für eine konstruktive Gestaltung der Teamsitzung nutzen kannst.
  • Hab den Mut, Deine Wahrnehmung sachlich anzusprechen!

 

Dazu kann ich Dir noch ein Beispiel von mir erzählen.

In einer Ausbildungsklasse, die ich über eine geraume Zeit begleiten durfte, saß in der ersten Reihe eine Frau. Bestimmt einmal am Tag warf sie ihren Kugelschreiber auf den Tisch verbunden mit einem Seufzer.

Ich war noch neu als Dozentin und dieses Verhalten verunsicherte mich so sehr (dazu kam noch, dass sie älter war als ich), dass ich mich kaum mehr auf die anderen Teilnehmer konzentrieren konnte. Ich deutete ihr Verhalten als absolut respektlos und provokativ mir gegenüber, schließlich saß sie genau vor mir und ihr musste ja klar sein, dass ich es mitbekomme.

Ich habe mir das bestimmt 2 Monate gefallen lassen, ich hatte sogar schon richtig Angst vor der Teilnehmerin, denn vermeintlich konnte sie mich ja nicht leiden, sonst würde sie sich ja nicht so verhalten. Ich bin mit Bauchschmerzen in diese Klasse gegangen – wegen dieser Frau!

Doch irgendwann platzte mir der Kragen und ich schaute sie an und bat sie, dieses Verhalten zu unterlassen und mich mit dem gleichen Respekt zu begegnen, den ich ihr entgegen bringen würde.

Ich kann Dir sagen, ich zitterte, schwitze und hatte echt Angst vor der Antwort und was kam? Sie schaute mich mit großen Augen an und entschuldigte sich in aller Form vor der ganzen Klasse bei mir. Sie hatte nicht die Absicht, mich zu verärgern, denn sie schätze mich sehr als Dozentin, aber sie hat solche Probleme mit ihrem Rücken, dass sie manchmal nicht mehr wisse, wie sie sitzen solle, den Frust ließ sie an und mit ihrem Kuli aus. Ab dem Tag war sie mein größter Fan 😊

Und ich habe mir 2 MONATE Gedanken gemacht.

 

Lass nicht zu, dass Dir fälschlicherweise Deine Energie gezogen wird, sei mutig und selbstbewusst!

Und wenn Du merkst, dass es Dir sehr schwer fällt selbstbewusst aufzutreten, dann melde Dich gerne bei mir, ich begleite Dich auf Deinem Weg.

 

Wenn es für Dich passt sind hier 3 Möglichkeiten für Deine persönliche Weiterentwicklung:

Am 10.2.2020 startet wieder meine 5 tägige kostenlose Videoserie: „Wie Du gelassener mit jammernden und nörgelnden Mitarbeitern umgehst“. Alle Informationen findest Du hier.

Komm am 22.2.2020 nach Berlin zu meinem Seminar „Dein Turbo für mehr Selbstbewusstsein!“
Alle Infos findest Du hier

Komm am 30.3 & 31.3.2020 nach Berlin zu meinem Seminar „Der Weg zur selbstbewussten Führungspersönlichkeit!“
Alle Infos findest Du hier

Setze Dich auf die Warteliste für meinen Onlinekurs „Der Weg zur selbstbewussten Leitungspersönlichkeit!“, der demnächst wieder für kurze Zeit verfügbar ist.
Alle Infos findest Du hier.

 

Ich freue mich auf Deine Erfahrungsberichte und Erkenntnisse in den Kommentaren.

Glaub an Dich und Deine Stärken und sei stolz darauf!

Alles Liebe für Dich,

Deine Christina

 

Hier findest Du das passende Video

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