13.
Januar

Wie die gruppendynamischen Teamphasen sich auf Deine Führung auswirken.

Kommen Dir folgende Situationen bekannt vor?

  • Du bemühst Dich Dein Team gut zu führen und trotzdem kannst Du Ihnen nichts recht machen?
  • Du versuchst Deinen Mitarbeitern so viel wie möglich abzunehmen und trotzdem sind sie nur am Fordern?
  • Oder Du delegierst und Deine Mitarbeiter sind damit überfordert und jammern?
  • Du implementierst teamfördernde Maßnahmen und trotzdem arbeiten alle gegeneinander, ein Teamgefühl will sich nicht einstellen?
  • Gefühlt bist Du der Prellbock, an dem sich das Team abarbeitet?
  • Du fühlst Dich von Deinem Team nicht gebraucht?

 

Dann kann es daran liegen, dass Dir nicht bewusst ist, in welcher Teamphase Dein Team gerade feststeckt.

Jedes Team bzw. alle Mitarbeiter des Teams durchlaufen währende der täglichen Zusammenarbeit bestimmte Teamphasen, die ich Dir im Folgenden kurz vorstelle.

Phase 1: Die Formingphase

Auch Kennenlernphase genannt. Die Mitarbeiter lernen das Unternehmen und die Kollegen kennen. Die Aufgabe des Teams besteht darin, Strukturen zu erarbeiten und sich kleine Teilziele zu setzen, die für jeden machbar sind. In dieser Phase herrscht meistens eine positive Atmosphäre, da sich jeder von seiner besten Seite zeigt, der Wunsch nach Zugehörigkeit ist groß.

Phase 2:  Die Stormingphase

Wie der Name schon sagt, jetzt ist Schluss mit der Harmonie, es stürmt im Team! In dieser Phase fangen die Teammitglieder nämlich an, bisherige Strukturen zu hinterfragen und distanzieren sich teilweise von ihnen. Ein Streben nach eigenen Handlungsmöglichkeiten steht im Vordergrund. Die eigene Rolle wird ausgetestet und somit definiert. Plötzlich findet man seine Kollegen nicht mehr so nett, Kleingruppen entstehen, das Konfliktpotential ist hoch.

Phase 3: Die Normingphase

Jetzt wird es ruhiger, die einzelnen Mitarbeiter entwickeln klare Rollenprofile, organisieren ihre Aufgabengebiete und arbeiten erneut an den Regeln für den Umgang miteinander. Jetzt ist es an der Zeit gemeinsame Ziele zu erarbeiten und zu planen.

Phase 4:  Die Performingphase

Der Name ist Gesetz, jetzt wird performt! Bei den Mitarbeitern stellt sich ein Gefühl der Sicherheit in der Bewältigung ihrer Aufgaben und ihrer Position ein. Auf dieser Grundlage können sie sich individuell entfalten und zur optimalen Leistung ausweiten. Das Team arbeitet gemeinsam an einem Ziel, es gibt ein Wir-Gefühl.

Diese Teamphasen (→nach Tuckmann) dienen als „analytisches Beobachtungswerkzeug“ für Dich als Führungskraft, um das Verhalten der einzelnen Teammitglieder einordnen und unterstützen zu können.

Wichtig zu wissen ist:

Jede Gruppe/jedes Team durchläuft diese gruppendynamischen Teamphasen, manchmal überspringt das Team eine Phase, es wird aber mit Sicherheit irgendwann in diese Phase zurückfallen. Es kann auch sein, dass das Team durch äußere Umstände in eine vorherige Phase zurückfällt oder das Kleinteams sich  in unterschiedlichen Phasen befinden.

Als ich Führungskraft wurde, war mir das Wissen um diese Teamphasen nicht bewusst. Ich habe mein Bestes gegeben und trotzdem waren meine Mitarbeiter gefühlt nicht zufrieden. Sie meckerten und jede neue Idee, die ich einbrachte, führte zu großem Unmut. Ich delegierte, da ich gelernt hatte, dass dies Mitarbeiter motiviert und es ging nach hinten los, sie fühlten sich überfordert und bei jedem Konflikt, den sie untereinander hatten, kamen sie zu mir und erwarteten Lösungen.

Kurz, ich hatte ein Team, das nörgelte, nicht eigenverantwortlich arbeiten konnte und auch nicht in der Lage war lösungs- und zielorientiert zu arbeiten.

Und ich hatte meinen Chef im Nacken, der Ergebnisse sehen wollte.

Ich kann Dir sagen, ich war echt am Ende meiner Kraft und ratlos, natürlich suchte ich die Schuld bei mir und ehrlich gesagt war ich auch ein bisschen persönlich beleidigt, schließlich tat ich alles in meiner Macht Stehende, damit es meinem Team gut geht! Und sie dankten es mir nicht – im Gegenteil!

Hätte ich damals schon von den Teamphasen erfahren, wäre mein Arbeitsalltag mit Sicherheit entspannter verlaufen.

Mein Team befand sich nämlich mitten drin in der Stormingphase. Das Unternehmen war relativ neu, es gab noch keine klaren Strukturen bzw. Regeln und somit auch keine Orientierung und mich als Führungskraft, die sich und ihre Rolle auch noch finden musste. Und so spiegelten sich die äußeren und inneren Umstände in Form von Unsicherheiten und Druck von mir auf mein Team und umgekehrt. Eine Teamarbeit war nicht möglich.

Die meisten Teams, mit denen ich in meiner Funktion als Teamcoach arbeiten darf, befinden sich in der Stormingphase. Das liegt unter anderem an den Rahmenbedingungen, am Personalmangel, an fehlenden Strukturen aber leider auch ganz oft an der fehlenden, bzw. falschen Führung.

Jetzt bist Du bestimmt schon am Reflektieren, in welcher Phase Dein Team gerade steckt und was Du tun kannst, um  Deine Mitarbeiter optimal zu begleiten.

  • In der Formingphase ist Deine Rolle sehr aktiv und präsent. Jetzt ist es wichtig jeden Einzelnen zu beobachten und durch Aktionen in Form von Gruppenarbeiten zusammen zu führen, damit sie sich kennenlernen können. Vorteilhaft in dieser ersten Phase sind das aktive Zuhören und eine klare Definition der Aufgabengebiete. Du begleitest und moderierst diesen Teamprozess, fragst aktiv nach ob Arbeitsabläufe klar sind, hörst aktiv zu und bist für jeden präsent und ansprechbar.
  • In der Stormingphase musst Du der Fels in der Brandung sein. Das Team braucht einen „Prellbock“, an dem es sich abarbeiten kann und das bist DU.  Aber…und das ist jetzt ganz wichtig und war für mich der absolute Augenöffner….All das Meckern und Fordern gilt NICHT DIR PERSÖNLICH, sondern Deiner Rolle als Führungskraft. Dein Team ist unsicher und sie brauchen Strukturen, Regeln und Klarheit.
    Wenn Du unsicher bist, werdet ihr sehr lange in der Stormingphase verweilen und Dein Alltag ist sehr anstrengend. Also sei selbstbewusst, stell Dich zum „Abarbeiten“ zur Verfügung (nochmal: es ist ja nicht gegen Dich persönlich!), gib Raum und Zeit für Gespräche und gib nur kleine Impulse und schaffe klare Rahmenbedingungen. Ein Projekt, Delegation und Eigenverantwortung wird in dieser Phase nicht funktionieren!
  • Wenn Dein Team dann in die Normingphase kommt, kannst Du Dich langsam zurückziehen und delegieren, denn Dein Team ist jetzt in der Lage eigenverantwortlich zu arbeiten. Trotzdem ist es wichtig zu kontrollieren aber auch viel zu motivieren.
  • Und wenn Dein Team performt, dann kannst Du Dich voll auf Deine Führungsaufgaben konzentrieren, denn das Team arbeitet ziel- und lösungsorientiert und das gefühlt alleine.

 

Ganz oft erlebe ich es leider in der Praxis, dass die Führungskraft es nicht aushält, wenn sie nicht mehr vom Team gebraucht wird und dadurch das Team nie aus der Stormingphase heraus kommt. Das ist definitiv der falsche Weg und zeugt von einem Mangel an Selbstbewusstsein!

Vielleicht ist jetzt auch Dir klar geworden, warum sich Dein Team gerade so verhält. Dir ist jetzt hoffentlich bewusst, dass es ganz elementar von Dir und Deine selbstbewussten Führungskompetenz abhängt, ob Dein Team ins Arbeiten kommt.

Hab den Mut, klar und konsequent zu führen, denn das braucht Dein Team um arbeiten zu können!

Und wenn Du merkst, dass es Dir sehr schwer fällt die Tipps umzusetzen, dann melde Dich gerne bei mir, ich begleite Dich auf Deinem Weg.

 

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Ich freue mich auf Deine Erfahrungsberichte und Erkenntnisse in den Kommentaren.

Glaub an Dich und Deine Stärken und sei stolz darauf!

Alles Liebe für Dich,

Deine Christina

 

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