25.
November

Delegation – das ist ein Thema, welches fast immer in meiner Coaching Praxis als Herausforderung genannt wird und was mir auch am Anfang echt schwer gefallen ist.

Wie ich ja schon öfters erzählt habe, durfte ich als Führungskraft eine ganz neue Abteilung aufbauen. Ich hatte keine Ahnung, was das bedeutet, denn ich hatte bis dato nicht viele Erfahrungen bezüglich Teamaufbau, bzw. -führung, Konzepterstellung und Budgetplanung sammeln können.

Also fing ich an, legte Arbeitsabläufe, Strukturen und Regeln im besten Wissen und Gewissen fest und teilte sie meinen ersten Mitarbeitern mit, schließlich war ich ja überzeugt davon, dass meine Ideen gut und logisch erklärbar waren und es war ja auch mein Job. Soweit so gut.

Mein Team und die Aufgaben wuchsen und mehr und mehr kamen doch tatsächlich Einwände in Form von Ideen, wie man etwas anders machen könnte von Seiten meiner Mitarbeiter.

In meiner Wahrnehmung waren es Ideen, wie man es besser machen könnte und sofort saß der innere Kritiker, der Quatschi, wieder auf meiner Schulter und sprach zu mir: “Hast Du nicht richtig nachgedacht, sind Deine Ideen nicht gut, bist Du überhaupt für diesen Job geeignet, jetzt bloß nicht Zugeständnisse machen, sonst nehmen sie Dich nicht als Chefin ernst“ usw……

Hinzu kam, dass aufgrund der rasant ansteigenden Aufgaben ich so langsam an meine Grenzen kam. Mich überforderten diese ganzen neuen Inhalte, die da plötzlich in meiner Verantwortung lagen, ich nahm jedes ernste Gesicht meiner Mitarbeiter mit nach Hause und überlegte dort, was ich tun könnte, damit sie zufrieden waren und bloß nicht kündigen.

Viele schlaflose Nächte waren die Folge. Es gab nur zwei Lösungen: Entweder aufgeben oder loslassen. Aufgeben war keine Option, das verbot mir meine Erziehung, also Loslassen aber wie?

Ich setzte mich mit meinen Mitarbeitern zusammen und besprach den IST-Zustand. Es fiel mir schwer ihnen einzugestehen, dass ich etwas überfordert war, aber das hatten sie natürlich längst gemerkt, denn meine Unsicherheit und meine dadurch schlechter werdende Laune war ihnen nicht verborgen geblieben.

Also legten wir verschiedene Verantwortungsbereiche fest, die von verschiedenen Mitarbeitern übernommen wurden. Wichtig bei diesem Prozess war, dass ich vorher beobachtet hatte, welche Stärken und Potenziale jeder einzelne mitbringt. So konnten die Verantwortlichkeiten stärkenorientiert verteilt werden.

Die Mitarbeiter fühlten sich gesehen, honoriert und die Motivation wuchs und ich merkte, dass Delegation nicht nur für meine Mitarbeiter von Vorteil war, denn ich konnte mich endlich auf meine Führungsaufgaben konzentrieren.

 

So leicht das jetzt auch klingt, ganz so war es nicht. Es war für mich anfänglich wirklich sehr schwer, meine Erwartungen und perfektionistischen Ansprüche los zu lassen und darauf zu vertrauen, dass meine Mitarbeiter ihre Aufgabe sehr gut aber eben anders bewerkstelligen. Und klar, am Anfang kontrollierte ich noch häufig oder besserte aus, bis ich merkte, dass es nicht mehr nötig war. (Und zudem ich Gefahr lief, dass der Mitarbeiter denkt, ich traue es ihm nicht zu – das wäre sehr kontraproduktiv gewesen).

Aber langfristig war die Delegation das Beste, was ich machen konnte. Ich konnte entspannt meinen Feierabend genießen und abschalten, am Wochenende hatte ich keine Angst davor, was mich am Montag wieder Schreckliches erwartet, ich konnte in den Urlaub fahren, ohne ständige Erreichbarkeit und die Angst, etwas könnte nicht so laufen, wie es sein soll. Meine Mitarbeiter hatten die Abteilung im Griff und leiteten sie eigenständig, ich zog „nur noch“ die Strippen im Hintergrund, beobachtete und begleitete.

Wenn Du jetzt denkst, ich wollte ja eigentlich auch schon immer mehr delegieren, aber irgendwie geht es ja doch schneller, wenn ich es selbst mache, dann schau Dir als Erstes die Vor- und Nachteile von Delegation an:

Positive Auswirkungen von Delegation für Dich:

  • Entlastung bei bestimmten Aufgaben
  • Weniger Anordnungen, Anweisungen und Kontrollen
  • Zeitgewinn für die „echten“ Führungsaufgaben wie Planung, Zielfindung, Koordination, Problemlösung, Motivation von Mitarbeitern
  • Entlastung von Einzel- und Routineaufgaben
  • Motiviertere Mitarbeiter
  • Eigenverantwortlich arbeitende Mitarbeiter
  • Eine positiver Beitrag zur Mitarbeiterentwicklung
  • Weniger Krankenstand

 

Vorteile von Delegation für die Mitarbeiter:

  • Eine größere Bereitschaft zum eigenverantwortlichen und selbständigen Handeln
  • Entwicklung von mehr Eigeninitiative
  • Eine geringere Bereitschaft zum Wechsel der Arbeitsstätte
  • Eine höhere Arbeitszufriedenheit und dadurch ein verbessertes Arbeitsklima
  • Eine höhere Leistungsbereitschaft
  • Eine größere Identifikation mit den Zielen

 

Vermeintliche Nachteile der Delegation:

  • Delegation bedeutet zuerst Arbeitsanstieg, denn Du musst zuerst den Mitarbeitern Einzelheiten und detaillierte Unterstützung geben, damit sie sich in die delegierte Aufgabe einfügen und einarbeiten können.
  • Du musst kontrollieren und im Zweifel erneut erklären.

Das ist aber aus meiner Sicht auch schon alles, was auf der Negativseite steht. Du siehst also, wie positiv sich das Delegieren auf Dich und Deine Mitarbeiter auswirkt.

Wenn Du jetzt noch Deine persönlichen Bedenken (Innerer Kritiker: „was ist, wenn derjenige es besser macht als ich? Nur wenn ich es mache, ist es richtig. Werde ich dann noch gebraucht? Habe ich dann noch eine Daseinsberechtigung?“ etc.) loslässt, kann delegieren richtig Spaß machen.

 

Übung für Dich: schreib mal alle Gedanken auf, die Dich vom delegieren abhalten

 

Wenn Du spätestens jetzt motiviert bist und sofort anfangen möchtest Verantwortlichkeiten abzugeben, dann habe ich noch folgenden Tipp für Dich:

Notiere Dir welche Aufgaben Du delegieren möchtest und welche nicht. Das heißt nicht, dass Du nur die von Dir ungeliebten Aufgaben abgibst, sondern auch darauf achtest, was Du gerne selber in Deiner Verantwortung behalten möchtest, weil es Dir Spaß macht und welche Verantwortung die Mitarbeiter herausfordern und fördern.

Halte das unbedingt schriftlich fest, z. Bsp. in einer Tabelle und dann such Dir eine Aufgabe aus und gib diese Verantwortung ab. Starte in kleinen Schritten.

 

Diese Aufgaben will ich unbedingt selbst bearbeiten:

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Diese Aufgaben will ich delegieren:

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Fazit:

Delegation ist als Führungsinstrument unverzichtbar und notwendig, denn sie ist eine notwendige Maßnahme zur Arbeitsentlastung der Führungskraft und eine gute Möglichkeit zur Motivation von Mitarbeitern und der Personalentwicklung.

 

Und wenn Du merkst, dass Dein innerer Kritiker Dich noch am Delegieren hindert, dann melde Dich gerne bei mir, ich begleite Dich auf Deinem Weg.

Ich freue mich auf Deine Erfahrungsberichte und Erkenntnisse in den Kommentaren.

Glaub an Dich und Deine Stärken und sei stolz darauf!

Alles Liebe für Dich,

Deine Christina

 

PS.

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