21.
Oktober

Macht und Kontrolle als wichtige Führungstools?  

Mal ganz ehrlich, was hast Du bei dem Titel gedacht, was hast Du gefühlt? Wahrscheinlich ging es Dir so wie mir beim ersten Mal, denn als empathischer, höflicher und netter Mensch kam es mir überhaupt nicht in den Sinn, das Thema Macht und Kontrolle in Verbindung mit meiner Führungsrolle zu sehen.

„Ich bin doch ein Teamplayer, ich bin doch nichts Besseres, nur weil ich Chefin bin, ich will mich doch nicht über meine Mitarbeiter erhaben fühlen, ich möchte doch dazu gehören, ich möchte gemocht werden…“ flüsterte mir mein innerer Kritiker ins Ohr

ABER auch ich musste lernen, dass Einfluss, Entscheidungskompetenz, Macht und Kontrolle Voraussetzungen von Führung sind. Wer keine Befugnisse hat, wer ohnmächtig ist, hat keine Macht, etwas zu bewegen oder zu bewirken!

Macht zu haben bedeutet ja nicht, wie ein Herrscher über dem Team zu thronen, als Führungskraft hast Du automatisch Macht durch:

  • Besitz von Informationen
    Als Führungskraft stehen Dir umfangreiche Informationen zur Verfügung, die den Mitarbeitern oft nicht zugängig sind. Auch durch die Mitarbeit in Gremien, Leitungskreisen, Arbeitskreisen o.ä. werden weitere Informationen verfügbar.
  • Besitz von Beziehungen
    Durch die verschiedensten Netzwerke erhältst Du mehr Möglichkeiten, Beziehungen außerhalb der Einrichtung aufzubauen.
  • Besitz von Statussymbolen
    Eventuell besitzt Du ein eigenes Büro mit einem eigenen Telefonanaschluss, einer eigenen E-Mailadresse, Du hast evtl. Zugriff auf einen Dienstwagen, auf Dienstreisemittel o.ä.
  • Verwaltungsgewalt über Geld
    In der Regel kannst Du über die Haushaltsmittel oder einen Teil davon entscheiden (Genehmigung von Dienstreisen, Fortbildungen etc.).
  • Zuständigkeit und Legitimierung
    Im Rahmen der Führungsverantwortung werden Dir Zuständigkeiten übertragen, wie zum Beispiel Weisungsbefugnis, Mitarbeiterbewertung etc..

 

Wenn Du:

  • die eigene Macht zu leugnest,
  • den Eindruck erweckst, alle Mitarbeiter seien gleich,
  • es vermeidest, Grenzen zu setzen bzw. „Konsequenzen“ anzuwenden,
  • Absichten nicht formulierst keine Forderungen stellst,
  • keine Entscheidungen treffen kannst,
  • die Verantwortung gerne abgibst und nicht klar Stellung beziehst („die da oben“, „die haben das entschieden“….),

 

dann führt dies zwangsläufig zu Unklarheiten und bei vielen Mitarbeitern zu Unsicherheit.

Wenn Du jetzt immer noch denkst….“ich will keine Macht haben“, dann überlege Dir bitte wirklich gut, ob Du eine Führungsposition annehmen bzw. sie weiter ausführen möchtest. Und das sage ich nicht, weil ich Dir diese Rolle nicht zutraue, sondern, um Dich vor der Überforderung zu schützen.

Auch Kontrolle ist ein notwendiges Tool für Deine Mitarbeiterführung!

Wenn Du erfolgreich führen möchtest, wirst Du das Thema „Kontrolle“ nicht umgehen können.

Schließlich musst Du als Vorgesetzte/r den Kopf hinhalten, wenn etwas schief geht. Außerdem möchtest Du ja den Respekt von Deinen Mitarbeitern und ich kann Dir sagen, dass Du diesen verlierst, wenn Du aus falschem Harmoniedenken Dinge unter den Tisch fallen lässt und nicht auf die Einhaltung achtest. Langfristig werden Deine Mitarbeiter Dich dann nicht mehr ernst nehmen oder Verantwortlichkeiten nicht erledigen, denn es passiert ja eh nichts, ob sie es machen oder nicht…..und so kannst Du nicht mehr führen.

Wie bei dem Thema „Macht“ hat auch die Kontrolle oft einen negativen Touch.

Kontrolle wird häufig als Spionieren, Überwachung oder Fehlersuche verstanden, was sich negativ auf das Betriebsklima auswirkt. Oft wird in Kontrolle Machtmissbrauch und ein Angriff auf den jeweils eigenen Arbeits- und Delegationsbereich gesehen, der Mitarbeiter fühlt sich in seiner persönlichen Freiheit verletzt.

Nicht selten stecken Kontrollfehler der Führungskraft dahinter.

Die häufigsten Kotrollfehler sind:

  • die ungleiche Behandlung von Mitarbeitern,
  • eine kleinliche Fehlersuche,
  • die fehlende oder verzögerte Rückmeldung an die Mitarbeiter, insbesondere, was die Anerkennung betrifft, die noch viel häufiger vergessen wird, als die Korrektur bzw. die konstruktive Kritik.
  • Unsicherheiten seitens der Führungskraft

Eigentlich Ziel der Kontrolle sollte sein:

  • Die Arbeitsleistung der Mitarbeiter (sachlich) zu überprüfen.
  • Erfolgskontrolle, d.h. Feststellen der Zielerreichung
  • Die Mitarbeiter durch positive Rückmeldung zu motivieren
  • Rechtzeitig zu erkennen, ob korrigierend eingegriffen werden muss, wenn etwas nicht planmäßig verläuft.

 

Du siehst also, Kontrolle hat auch durchaus positive Aspekte, denn sie hilft Dir und Deinem Team erfolgreich zu arbeiten und den roten Faden bzw. das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

Achte beim Kontrollieren auf folgende Dinge:

  • Lass Dir regelmäßig Feedback von den Mitarbeitern über die Umsetzung von Arbeitsaufträgen geben, bzw. erfrage die Fortschritte,
  • Zeige Interesse an einer delegierten Aufgabe,
  • Kontrolliere individuell, je nach Situation des Mitarbeiters,
  • Gib regelmäßig und rechtzeitig Rückmeldung in Form von Anerkennung und konstruktivem Feedback,
  • Gestalte Rückmeldung positiv,
  • Motiviere die Mitarbeiter zur Selbstkontrolle
  • Schaffe durch Deine Rückmeldung Erfolgserlebnisse für Deine Mitarbeiter

 

Als ich angefangen habe, diese beiden Aspekte positiv zu besetzen und als Führungsvoraussetzung zu akzeptieren, wurde die Teamführung viel leichter, das hätte ich nie gedacht. Alles, was mir mein innerer Kritiker ins Ohr geflüstert hat war unwahr!

Im Gegenteil, mein Team hatte Orientierung, Struktur, jeder wusste, was seine Verantwortung ist und das hat die Mitarbeiterentwicklung und somit auch die Zufriedenheit ganz stark erhöht. Und ich wurde als Führungsperson anerkannt und respektiert.

Hab also auch Du den Mut, Macht und Kontrolle als Führungsinstrument positiv einzusetzen.

Und wenn Du noch Schwierigkeiten dabei hast, dann melde Dich gerne bei mir, ich begleite Dich auf Deinem Weg.

Ich freue mich auf Deine Erfahrungsberichte und Erkenntnisse in den Kommentaren.

Du möchtest Dich mit anderen Führungskräften austauschen und weiterbilden? Dann komm zu meinem Seminar „Schluss mit der Unsicherheit, ab jetzt wird geführt! – Der Weg zur selbstbewussten Leitungspersönlichkeit.“ am 28. & 29.10.2019 in Berlin. ES GIBT NUR NOCH 2 PLÄTZE!
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Glaub an Dich und Deine Stärken und sei stolz darauf!

Alles Liebe für Dich,

Deine Christina

 

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Kommentare:
  1. Date 21. Oktober 2019
    Author Von:Christina Becker

    Liebe Anja,

    vielen lieben Dank für Dein Feedback. Ich kann das gut nachvollziehen, mir ging es ganz genauso. Doch mit der Erkenntnis, dass ich als Führungskraft Verantwortung trage, bringt automatisch Macht mit sich – positiv versteht sich.

    Ich freue mich sehr, dass Du so ein tolles Team hast, das spricht eindeutig für Dich als Leitung <3

    Lieben Gruß Christina

  2. Date 21. Oktober 2019
    Author Von:Anja Braekow

    Liebe Christina, danke für diesen Artikel. Ich habe lange mit mir gehadert und mit der Macht die mir übertragen wurde, ich habe es zu negativ besetzt gesehen. Inzwischen habe ich gelernt positiv zu kontrollieren, manchmal muss ich noch an meiner Diplomatie arbeiten, aber ich nutze diesen Baustein inzwischen regelmäßig. Ich bin dankbar über mein tolles Team. Deine Worte bestätigen mich erneut, danke.


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